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ORGELPFLEGE

Wozu Orgelpflege? Angesichts leerer Kassen fragen sich Kirchengemeinden, ob man das Geld für die regelmäßige Orgelpflege nicht besser anderweitig verwenden kann.


Eine gepflegte Orgel ist günstiger!

Unter „Orgelpflege“ versteht man die Durchsicht einer Orgel in feststehenden Zeitabständen (Orgel-Pflegevertrag). Die regelmäßige Orgelpflege beinhaltet neben der Stimmung auch die Instandhaltung der Orgel, das heißt die Behebung kleinerer Schäden, die sich in der Zwischenzeit eingestellt haben.

    Darüber hinaus kann der Orgelbauer, der das Instrument mit seinen Stärken und Schwächen gut kennt, langfristig sich einstellende Störungen feststellen und gezielt abstellen (z.B. bei beginnendem Schimmel- oder Mottenbefall). Die Gemeinde kann Gegenmaßnahmen ergreifen bzw. wird über notwendig werdende, umfangreichere Arbeiten frühzeitig informiert und kann sich finanziell darauf einstellen.

    Kommt der Orgelbauer nur noch auf Zuruf, dann kann es schon zu spät sein: Die Erfahrung lehrt, dass sich über die Jahre hinweg oft mehrere, teils gravierende Schäden eingestellt haben, die nicht kurzfristig behebbar sind und einen größeren Arbeitsaufwand erfordern und damit höhere Kosten verursachen.

    Orgeln werden in der Regel einmal jährlich gepflegt und gestimmt, wobei die vorhandene Stimmtonhöhe und Stimmungsart beibehalten werden. Alle vier Jahre erfolgt eine Generalstimmung, bei der die Temperatur neu gelegt wird. In den Jahren dazwischen erfolgt das Nachstimmen verstimmter Pfeifen.

    Eine regelmäßige Pflege und Stimmung ist sehr zu empfehlen. Sie hat den Vorzug, dass sich die Instrumente immer in einem guten Zustand befinden. Gleichzeitig kann verhindert werden, dass sich kleinere Störungen zu großen auswachsen können, die kostspielige Reparaturen nach sich ziehen.


Die Pflege und Stimmung beinhaltet:

• die Funktionsprüfung aller Spieltischeinrichtungen

• die Beseitigung kleiner Fehler und Störungen an Windladen, Windkanälen, Bälgen,Traktur und Spieltisch

• die Beseitigung kleiner Intonationsstörungen

• die Ölung des Gebläsemotors

• das Nachstimmen verstimmter Pfeifen, bzw. alle vier Jahre eine Generalstimmung auf Basis der bisherigen Tonhöhe und Temperierung


Die Pflege und Stimmung beinhaltet nicht größere Arbeiten, die durch Verschleiß, unsachgemäße Behandlung, höhere Gewalt, Verstaubung, Insektenbefall und Nagetiere notwendig werden. Diese sind nicht Bestandteil des Stimm- und Pflegevertrages und bedürfen der gesonderten Auftragserteilung durch die Gemeinde. Der Orgelbauer wird die Gemeinde über die Notwendigkeit solcher Arbeiten rechtzeitig vorher unterrichten.

LEISTUNGSVERZEICHNIS ORGELPFLEGE

- Pflege und Stimmung von Orgeln

- Konzertstimmungen, Konzert- und Instrumentenbetreuung für CD-Aufnahmen

- Ausreinigung und Nachintonation von Orgeln

- Generalüberholung und Neueinrichten der Intonation

- Überholung und Stimmung von Harmoniums (Druckwind- und Saugwind)

- Beratung der Gemeinden zu raumklimatischen Fragen (siehe Schimmelpilze und Raumklima)

- Detaillierte Zustandsbeschreibungen für Gemeinden und Orgelsachverständige zum Zweck der Erstellung von Leistungsverzeichnissen für Ausschreibungen

SPEZIELLE ARBEITEN

Umsetzung von Orgeln, Spieltischbeleuchtung, Röhrenglocken, Zimbelstern

STIMMUNGEN UND KONZERTSTIMMUNGEN

Stimmung von Orgelpfeifen

Die Stimmung und musikalische Temperatur ist bereits beim Bau einer Orgel festgelegt. Nur etwa alle 4 Jahre sollte eine Hauptstimmung erfolgen. Damit bleibt das Pfeifenwerk geschont. In den Jahren dazwischen werden verstimmte Töne beigezogen. Vor jeder Stimmung wird die Windversorgung und der Winddruck auf den Laden kontrolliert, verstaubte Kernspalten gereinigt und Auffälligkeiten in der Intonation einzelner Pfeifen korrigiert.

    Im Zuge der Generalüberholung einer Orgel besteht die Möglichkeit die Stimmungsart (musikalische Temperatur) des Instrumentes neu einzurichten. Die Stimmtonhöhe bleibt in der Regel unverändert.

    Kleinorgeln (Positive, Truhenorgeln) mit Transponiereinrichtungen werden für konzertante Zwecke je nach Musikstil in historischen Stimmungen und Stimmtonhöhen gestimmt.

INTONATION

Mit der Intonation ist die Tongebung der Pfeifen gemeint. Erfahren Sie hier, wie ich Ihrem Instrument die Töne beibringe...

REINIGUNG

Eine Orgelreinigung ist in der Regel alle 15-20 Jahre nötig. Der Verschmutzungsgrad hängt von der Raumnutzung, der Art der Heizung, von Umwelteinflüssen und von Baumaßnahmen am und im Gebäude ab. Eine Reinigung ist nötig, weil sich an sensiblen Stellen der Pfeifen Staub ablagert, der sich direkt negativ auf den Klang und die Stimmung auswirkt. Baustaub (Kalk- und Zementstaub) wirkt aggressiv auf Leder und Metallen. Und Staub kann unter ungünstigen Bedingungen zum Nährboden für →Schimmelpilze werden.

    Bei einer Reinigung wird das Instrument vor Ort demontiert und in allen Teilen sorgfältig trocken und feucht gereinigt. Technische Mängel, Materialmängel und Schäden am Pfeifenwerk werden hierbei behoben, damit das Instrument auf lange Sicht zuverlässig seinen Dienst tut.

    Die Reinigung beinhaltet das klangliche Ausgleichen (Nachintonation) des Pfeifenwerks sowie die abschließende Generalstimmung auf Basis der bisherigen Stimmtonhöhe und musikalischen Temperatur.

    Im Zuge einer Reinigung bietet sich in Absprache mit dem Kirchenmusiker, der Gemeinde und dem Orgelsachverständigen die Möglichkeit an, die mitunter unangenehm scharfe Intonation von Orgeln der 1960iger bis 1980iger Jahre zu verbessern und dem Instrument eine klanglich vorteilhaftere Stimmung zu geben.

STIMMUNGSARTEN

Die Stimmung von Tasteninstrumenten ist immer mit Kompromissen verbunden. In diesem Beitrag erfahren Sie mehr über historische Temperierungen.

GENERALÜBERHOLUNG

Bei der Generalüberholung einer Orgel werden alle Störungen und Schäden behoben, die sich im Laufe der Jahre aufgrund von Verschleiß, Materialermüdung und durch unsachgemäße Behandlung eingestellt haben.

    Häufig müssen Kunststoffe ersetzt werden, die seit Anfang der 1960er Jahre von vielen Orgelbaufirmen aus Gründen der Zeit- und Kostenersparnis in den Instrumenten verbaut wurden. Heute wissen wir, dass die Haltbarkeit der Thermoplaste nur auf wenige Jahrzehnte begrenzt ist. Die Weichmacher verflüchtigen sich, die Kunststoffe verformen sich irreversibel, werden hart, brüchig und zerfallen schließlich ganz. Eine Ausnahme bilden die Duroplaste (z.B. Bakelit, Kasein und Pertinax). Diese bleiben stabil.

ALTERNDE MATERIALIEN

Alternde Kunststoffe

Im Bild erkennt man gut einen bereits zerfallenden Noppen-Schaumstoff, mit dem ein Motorkasten zur Schallisolierung ausgekleidet wurde. Die Schaumstoffreste wurden vom Gebläsemotor angesaugt und fanden sich in den Windkanälen und Windladen der Orgel wieder. Als adäquater Ersatz eignen sich Weichfaserplatten.

Als Ersatz für die Kunststoffe bieten sich natürliche Werkstoffe wie Holz, Filz, Leder und Knochen an, die für eine langlebige Einsatzfähigkeit des Instrumentes sorgen.

Alternder Kunststoff


Spröde Kunstharzleime

Der handelsübliche Weißleim enthält Kunststoff (das Bindemittel Polyvinylacetat, kurz PVAc). Unter ungünstigen raumklimatischen Bedingungen (starke Temperatur- und Luftfeuchtewechsel, Schimmel) verliert der Dispersionsleim seine Elastizität und wird spröde, so dass er dem sog. „Arbeiten“ des Holzes nichts mehr entgegensetzen kann. In der Folge platzen die Leimfugen auf, hier am Beispiel einer Subbaß-Pfeife.

Spröde Kunstharzleime


Celluloid-Zerfall

Auch Registerschilder aus Celluloid können unter ungünstigen Bedingungen zerfallen.

Als Ersatz bieten sich Schilder aus Kasein an.

1 das Schild noch intakt, 2 Craqueluren an der Oberfläche, 3 würfelartige Abbrüche, 4 gänzlicher Zerfall, Endstadium


Schmierstoffe

Auch Schmierstoffe sind nicht alterungsstabil. Dies betrifft vor allem Kugelgelenke an sensiblen Stellen im Inneren der Windladen zur Regelung der Windzufuhr, sowie an Hebeln zum Ein- und Ausschalten der Koppeln. Das Fett in den Gelenken wird zunächst zäh um schließlich ganz zu verharzen. In der Folge kommt es zu volatilen Winddrücken in den Windladen und zu „unerklärlichen“ Verstimmungen im Pfeifenwerk.

Die verharzten Schmierstoffe werden entfernt und durch Keramikfett ersetzt.

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